Kissing Spine Syndrom

Training für Pferde mit Kissing Spine Syndrom


Die Diagnose Kissing Spine Syndrom (KSS) wird deutschlandweit mittlerweile nahezu wöchentlich gestellt. Manchmal durch Zufall, manchmal nach einer gezielten Suche. Bis heute ist sie für viele Pferdebesitzer ein Schreckgespenst, ein wahr gewordener Albtraum. Doch all das ist tatsächlich eine Frage der Perspektive


Die Diagnose KSS ist ein Schock, ja, aber das Leben geht weiter, die Chancen stehen in den meisten Fällen sehr gut und es gibt viel zu entdecken! Also Kopf hoch! Gib dein Pferd nicht auf – lerne einfach ihm zu helfen!

Diagnose KSS - richtiges Training hilft!


Profitiere von meiner jahrelangen Erfahrung im Training mit Pferden mit Kissing Spine Syndrom!

Seit über 10 Jahren arbeite ich als Trainerin nun sehr intensiv mit Pferden mit der Diagnose Kissing Spine Syndrom (KSS). Über die Jahre haben mir zahlreiche Fälle im Training gezeigt, dass die Erfolgschancen dabei meist besser stehen als von vielen Tierärzten zunächst angenommen. Mit verschiedenen KSS Pferden und ihren Erfolgsgeschichten habe ich dabei auf zahlreichen großen Veranstaltungen wie z.B. der Equitana oder dem Balve Optimum versucht Aufklärungsarbeit in den Showringen zu leisten, denn KSS ist kein Weltuntergang und kommt sogar in vielen Fällen eher zufällig ans Licht – sprich es haben viel mehr Pferde das KSS als wir uns vorstellen können, nur fällt es bei den meisten eben nie auf. Dennoch ist die Diagnose für viele Pferdebesitzer ein Schock. Sie fühlen sich nicht selten mit dem Befund allein gelassen und haben oft keinen kompetenten Ansprechpartner, der sich mit dieser Diagnose auskennt. Die wohl größte Angst bei den Besitzern betroffener Pferde ist das Urteil „unreitbar“. Das liegt auf der Hand, denn wie soll ein geschädigter Rücken einen Reiter tragen?! Der Grund warum viele KSS Pferde (in meinen Augen zu vorschnell) unmittelbar nach der Diagnose auf eine Renterwiese abgeschoben werden.


Bei einem Pferd mit KSS kommt es durch verschiedene auslösende Faktoren zu Engständen zwischen den Dornfortsätzen der Wirbelkörper. Dies kann von wenig Platz hin zu Berührungen unter Belastung oder gar bis zu dauerhaften Verwachsungen reichen, bei der eine Art künstliches Gelenk entsteht. Auslösende Faktoren können zum einen Defizite im Exterieur sein, aber auch falsche, übermäßige oder zu frühe Belastung des Pferderückens. Der Röntgen-Befund selbst sagt allein zunächst einmal nicht allzu viel aus. Es gibt Pferde mit hochgradigen Befunden, die nie auffällig wurden. Es gibt Pferde mit geringen Befunden, die quasi unreitbar sind. Genau so gibt es jedes andere Extrem und noch ganz viel dazwischen. Ganz viel hängt mit der Vorgeschichte des Pferdes zusammen und auch damit wie es sein eigenes Körpergefühl wahrnimmt, denn genau wie bei uns Menschen variiert auch beim Pferd das individuelle Empfinden was Schmerzen, Verspannungen und ähnliches betrifft.


Ein KSS Pferd wieder zurück unter den Sattel zu bringen ist durchaus gut machbar. Es ist ein intensiver Weg, aber es lohnt sich, erst recht wenn man KSS nicht als Last sondern als Chance erkennt: Eine Chance gesundes Pferdetraining aber noch viel mehr die Arbeit mit dem eigenen Pferd auf eine ganz andere Art neu kennen und lieben zu lernen.

Der wichtigste Schritt ist zunächst einmal dem Pferd die Schmerzen zu nehmen. Akute Entzündungen etc müssen behandelt werden, denn ein Pferd mit Schmerzen zu arbeiten ist absolut sinnlos. Von der doch eher zweifelhaften ethischen Vertretbarkeit mal ganz abgesehen. Genau wie der Mensch versucht das Pferd unter Belastung dem Schmerz auszuweichen, es nimmt eine Schonhaltung ein, die auf Dauer zu Verspannungen führt usw. Schritt 2 ist nicht nur für die KSS Pferde wichtig, die zurück unter den Sattel sollen, sondern auch für alle anderen ein unschätzbarer Gewinn: ein gesundes Aufbautraining.
Wer nun mit Dreieckszügeln und Longiergurt oder sonstigen Hilfszügeln um die Ecke kommt, der ist hier leider fehl am Platz. Longieren und longieren können zwei komplett unterschiedliche Dinge sein und ein Longiergurt übt Druck auf den angeschlagenen Rücken aus, was man gerade zu Beginn unbedingt vermeiden sollte bis der Rücken wirklich stark genug ist um damit entsprechend umgehen zu können.
Das Pferd muss zunächst an der Hand lernen was Gymnastizierung wirklich heißt, nämlich sachtes Aufdehnen und Mobilisieren des gesamten Bewegungsapparates in sämtliche Richtungen. Dabei lernt das Pferd sein inneres Hinterbein effektiv zu nutzen, ohne Hilfszügel eine gesunde Haltung einzunehmen, den Rücken zu öffnen und sich zu tragen. Erst dann wird all das Stück für Stück auf die Arbeit an der Longe übertragen. Auch Stangenarbeit spielt im Aufbau eine wichtige Rolle, denn mindestens genau so wichtig wie die Rückenmuskeln sind gute Bauchmuskeln! Ohne die läuft hier einfach gar nichts. Erst wenn das Pferd ein genügend starkes Muskelkorsett gebildet hat, sollte über eine Rückkehr unter den Sattel nachgedacht werden.


Ich bin stolz, dass ich heute auf eine Erfolgsquote von 98% blicken darf, wenn ich auf die Pferde in meinem Kundenkreis schaue, die nach der Diagnose KSS und einem entsprechendem Aufbautraining samt Trainingsanpassung ihrem Besitzer unterm Sattel wieder große Freude machen - ganz egal ob z.B. auf mehrtägigen Wanderritten oder auf den Turnierplätzen der verschiedensten Disziplinen.


Gerne unterstütze ich auch dich und dein Pferd nach der Diagnose!

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